MinMon Podcast #58 by Moni von Pisani

Für die 58. Ausgabe des MinMon Podcasts begrüßen wir Moni von Pisani – DJ aus Berlin und Teil von Disco Futurismo und Select*Hers. Mit Italo, Disco und House bringt sie groovige Sounds, jede Menge Glitzer und vor allem gute Laune auf den Dancefloor. Geboren in der Nähe von Koblenz und mittlerweile in Berlin zuhause, hat Musik Monique schon immer begleitet. Den Schritt von der begeisterten Zuhörerin hinter die Decks wagte sie allerdings erst in diesem Jahr.

Seit April 2026 ist sie nun selbst aktiv und erkundet ihre eigene musikalische Sprache zwischen treibenden Grooves, Disco-Vibes und House. Für den MinMon Podcast hat sie eine Auswahl zusammengestellt, die genau diese Energie einfängt.
Im anschließenden Interview sprechen wir mit ihr über ihren Weg zum Auflegen, ihre Leidenschaft fürs Musik-Digging, den ersten eigenen Gig und darüber, wie es sich anfühlt, plötzlich selbst Teil der Szene zu sein.

Viel Spaß mit MinMon Podcast #58 und Moni von Pisani!

Steckbrief

Artist Name: Moni von Pisani 
Label/Crew: Disco Futurismo & Select*Hers
Style: Italo/Disco, House
First Rave: 2015 im damaligen Koblenzer Club: Untertage
On Air Since: April 2026
Living: Berlin, ursprünglich aus Koblenz
Playtime: Set von meinem Jonny Knüppel Debut
DJ Setup: CDJ 2000nsx2, Xone:23
Favorite Tracks: Ich habe tausende, aber mein aktueller ist: Machia & Velli – Near
Best Drink: Porsche
Superpower: Stundenlanges eintauchen ins Musik Digging ist mein Spezialinteresse


Podcast

(Direktlinks: Podcast Feed, iTunes, SoundCloud)

Interview:

Hallo Monique, schön, dass du bei MinMon Podcast dabei bist! Wie geht es dir und was beschäftigt dich gerade musikalisch?

Mir geht es gut! Vielen Dank, dass ich dabei sein darf. Ich probiere mich gerade viel aus und versuche jede Möglichkeit wahrzunehmen aufzulegen, um so viel Erfahrung wie möglich zu sammeln.

Du hast die Szene eine Zeitlang aus der Perspektive einer Zuschauerin erlebt, bevor du selbst hinter die Decks getreten bist. Was hat letztlich den Ausschlag gegeben, selbst anzufangen? Und warum gerade Italo, Disco und House?

Ich bin mit Anfang 20 in die elektronische Szene eingetaucht und habe mich sofort zu Hause gefühlt. Über die Jahre hinweg habe ich viele Freund*innen kennengelernt, die selbst als DJs auflegen. Irgendwann bin ich einem Kollektiv in meiner Heimat beigetreten und habe lange darüber nachgedacht, das Ganze auch selbst zu lernen. Ich habe mich aber nie so richtig getraut zu fragen, ob mir jemand die Technik erklären kann. Erst in den letzten Jahren ist der Wunsch immer konkreter geworden, letztendlich auch durch meinen Partner, der mir einen ersten kleinen DJ-Workshop gegeben hat. Das Genre, das ich spielen möchte, war für mich eigentlich sofort klar.

Mein Musikgeschmack ist sehr breit gefächert von Indierock bis Soul, aber ich habe vor allem immer gerne viel House, Disco und Musik aus den 80ern gehört, das hat sich daher ganz von alleine ergeben.

Du bist seit April 2026 „on air“. Erinnerst du dich noch an deinen ersten Gig? Wie hast du diesen Moment erlebt – und hat sich deine Vorstellung vom Auflegen seitdem verändert?

Ja, ich hatte Anfang April die Möglichkeit, an einem DJ-Workshop von Elizen the Emperor teilzunehmen, gemeinsam mit sechs anderen Mädels :). Anschließend durften wir alle unser erstes Set im Klunkerkranich bei der Veranstaltung „Mixed Feelings“ spielen. Das war ein ganz besonderes Erlebnis. Die Party war voller Freund*innen und Menschen, die uns supportet haben. Es war wunderschön, und für den ersten Gig hätte es nicht besser laufen können. Ich bin total dankbar, dass ich mein DJ-Dasein auf diese Weise beginnen durfte.

Du beschreibst stundenlanges Musik-Digging als dein Spezialinteresse. Was fasziniert dich daran so sehr? Und woran erkennst du einen Track, bei dem du sofort denkst: „Den muss ich spielen“?

Ich bin neurodivergent und Spezialinteressen sind ein typisch autistisches Merkmal. Musik hat für mich eine ganz besondere Bedeutung – sie ist wie ein Stimming-Tool. Wenn ich überreizt bin, höre ich Musik. Eigentlich höre ich fast in jeder freien Sekunde Musik. Dadurch geht es mir oft besser und ich kann andere Dinge ausblenden. Auch die Suche nach neuen Songs war schon immer ein Hobby von mir. Ich wollte und will immer Tracks finden, die etwas Besonderes haben und baue mir stundenlang Playlists zusammen.

Woran ich einen spielbaren Track erkenne, kann ich gar nicht genau sagen. Ich merke meistens sehr schnell, ob ich ihn mag oder nicht. Oft sind es ganz kleine Details, die ich wahrnehme und die mich dann direkt faszinieren.

Wie bereitest du dich auf einen Gig vor? Wie viel wird vorher geplant und wie viel entsteht erst am Abend selbst? Gibt es ein Ritual oder vielleicht sogar einen Glücksbringer?

Bei meinen ersten Gigs habe ich noch viel im Voraus geplant, Hot Cues und Loops gesetzt. Mittlerweile merke ich aber, dass ich diese Vorbereitung immer weniger brauche. Ich schaue, was für ein Gig es ist – welche Playtime, welcher Ort, welche Veranstaltung – und stelle dementsprechend mein Set zusammen. Den Opening- und Closing-Track lege ich im Vorfeld fest, alles drumherum ist flexibel und ich versuche, während des Spielens immer mehr auf die Menschen im Raum einzugehen. Ich versuche da auf mein Gefühl zu vertrauen. Routinen sind für mich als Autistin sehr wichtig. Auch vor meinen Gigs habe ich bestimmte Abläufe, die mir Sicherheit geben. Außerdem habe ich immer gerne eine vertraute Person dabei :).

Wie hast du dein Umfeld in der DJ-Szene gefunden und wie wichtig sind dabei Crews wie Disco Futurismo und Select*Hers für dich?

Kollektive sind für mich sehr wichtig, da ich durch sie Anschluss gefunden habe und von anderen Menschen inspiriert wurde. Ich bringe mich gerne ein und habe viel Freude daran, eigene Räume zu schaffen, besonders für FLINTA* Personen.
Aus dem oben genannten Workshop ist das feministische Kollektiv Select*Hers entstanden, mit dem wir mittlerweile regelmäßig Barabende und Showcases veranstalten. Bei Disco Futurismo bin ich seit August Mitglied. Gemeinsam organisieren wir Events und Showcases, bei denen es uns insbesondere darum geht, weniger bekannte Musik aus den Genres Disco, Cosmic und Italo in den Vordergrund zu rücken und gleichzeitig auf ein diverses Line-up zu achten.

An welchem Ort würdest du gerne einmal auflegen? Das muss nicht in einem Club sein, sondern dein absolute Wunsch-Ort oder Szenario?

Ich würde sehr gerne irgendwann einmal im Sisyphos spielen. Ich gehe dort super gerne feiern und mag die Menschen und den Vibe total. Schon vor Jahren habe ich gesagt, wie cool es wäre, selbst einmal dort hinter den Decks zu stehen. Außerdem ist es ein großer Traum von mir, auf der Fusion spielen zu können.

Auf welchen Gig freust du dich in diesem Jahr besonders? Und gab es 2026 bereits einen Moment hinter den Decks, der dir besonders im Gedächtnis geblieben ist?

Am 10.10.2026 veranstalten wir zum ersten Mal mit unserem Kollektiv ein Showcase bei THF Radio. Darauf freue ich mich sehr, weil ich mit meinem DJ- Set in meinen Geburtstag reinspiele. Das ist etwas ganz besonderes für mich. Im Juli habe ich bei Disco Futurismo im Jonny Knüppel gespielt, dort war eine so schöne Atmosphäre. Nach meinem Set kamen Menschen auf mich zu und haben sich bei mir für die Musik bedankt. Genau deshalb wollte ich auflegen: Menschen mit meiner Musikauswahl zu begeistern.

Und zum Abschluss: Wenn „Moni von Pisani“ ein Drink auf einer Party wäre – welcher wäre es?

Ein frozen Strawberry Daiquiri :D