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MinMon Podcast #43 by Erosive

Erosive

Mit dem MinMon Podcast Nummer 43 schlagen wir bzw. unser Gast etwas härtere Töne an. Techno – arrangiert und zusammengefügt von Erosive, einen durch seine regelmäßig stattfindenden Partyreihe „Einstützende Altbauten“ bekannten DJ aus der Hausbesetzer Szene.

Erosive hat uns ein fettes zwei Stunden Set zusammen gemischt, welches den ein oder anderen sicher Erinnerungen an durchtanzte Nächte im Berliner Berghain Club hervorruft. Im Interview sprechen wir mit Ihm über die Technoszene in Potsdam, wie er seine Musikstiel sieht und unter anderen seine Veranstaltungsreihe im Zeppi 29.

Steckbrief

Artist: Erosive
Label: Einstürzende Altbauten
Stil: Techno / Triptech
Born: Krankenhaus
On air since: Dezember 2012
Living: Potsdam
Playtime: ???
Setup: Macbook Pro + Denon MC6000 MK2
Favoriten: Shifted, Regis, Developer
Drink: Viel/Long Island Icetee
Superpower: Pöbeln???

Podcast


(Direktlinks: SoundCloud, Podcast Feed, iTunes, Download)

Interview

Hallo Stephan, herzlich Willkommen bei der MinMon Podcast Reihe. Wie geht es Dir?

Das ist schon mal eine schwierige Frage, ich dachte es geht um Musik!

Du hast mir mal erzählt, dass Du keine 303 Acid Sounds magst. Warum eigentlich? Kannst du uns da mal ein Beispiel geben?

Die sind halt Kacke! Ich mag dieses übersteuerte Quietschen nicht und diese übersteuerten Höhen, ich meine Musik muss sich doch angenehm anfühlen.

Kannst Du mir nichts desto trotz ein Beispiel für gute 303 Sounds geben?

Donato Dozzy und Tin Man zum Beispiel.

Wann hast Du eigentlich angefangen aufzulegen?

So ziemlich genau am 6.12.2012.

Das weißt du noch so exakt! Gab es einen besonderen Auslöser?

Auch das kann ich Dir ganz genau sagen, ein Auftritt von Sandwell District im Berghain. Danach habe ich meine erste Technik von Hartz4 gekauft, weswegen ich dann in Folge auch den ganzen Monat fast nichts zu Essen, aber dafür Techno hatte.

Was war so besonders daran? Wie würdest Du deren Sound beschreiben?

Es war ein drei Stunden Live Set. Der Auftritt war unglaublich und so beeindruckend, dass ich als ich raus ging dachte, ich will etwas beitragen. Mitmachen statt nur zuzuhören.
Central District haben nur eine, auf 500 Stück limitierte Platte, veröffentlicht. Diese Platte war unter den 40 teuersten Dance- Schallplatten die bei Discogs verkauft wurden – für ungefähr 500 EUR. Ist halt Techno.

Was ist für Dich wichtig an Musik und verbindest Du etwas damit?

Musik ist für mich eine Form der Vermittlung von Emotionen und die versuche ich klar zu empfangen und weiterzugeben. Mir ist sehr wichtig dabei so wenig Kontext wie möglich zu haben, da ich denke das jede auch noch so kleine Information das Hörerlebnis verzerrt. Ich geh sogar soweit in die hinterste Ecke der Tanzfläche, damit ich nicht den Künstler sehen kann und somit nur die Musik auf mich wirkt.

Wie würdest Du deine Musik beschreiben?

Ich würde behaupten, dass mein Augenmerk eher auf den Gefühlen als auf der Dynamik liegt. Ich glaube ich habe da eine sehr tragbare Mischung, aus zwar immer noch treibenden, aber nicht belanglosem Klängen gefunden.. Triptech würde ich es nennen.

Wie nimmst Du Techno in Potsdam war?

Möchte ich darauf ehrlich antworten? Gar nicht!
Bis auf das was ich selbst veranstalte nehme ich nichts wahr. Ansonsten bin ich in Berlin sozialisiert. Sehe ab und zu Plakate, kenne auch nicht die Leute die dahinter stehen. Kann mir also keine Meinung bilden ob es überhaupt eine Szene gibt.

In welchem Kontext siehst Du dann Deine Veranstaltungsreihe Einstürzende Altbauten in der Zeppi29?

Da muss ich weiter ausholen. Ich habe damals nach einer, mit Techno beworbenen, Party im Spartacus, auf der so richtig poppig, sehr weich gespülter House gespielt wurde, beschlossen das ich das so nicht stehen lassen kann. Somit habe ich angefangen im Archiv Soliparties für das Besetzte Haus, Zeppelinstraße 29 (Zeppi29) zu organisieren. Das ging aber nicht lange gut, da sich die Arbeit mit dem Archiv als Hemmnis erwies meine Vorstellungen umzusetzen.
Nachdem das mit dem Archiv nicht funktioniert hat, ist das in der Zeppelinstraße losgegangen. Es fing damit an, dass wir Parties in meiner Wohnung mit über 20 Leuten veranstalteten und dann langsam damit begannen das nach unten im Gebäude zu verlagern. In der Wohnung war es einfach zu aufwändig. Somit habe ich die Möglichkeit mit meinen Musikerkumpels eine Veranstaltung zu machen, welche nicht das Klischee erfüllt, dass die Freundschaft über der Qualität der Musik steht.

Wie können wir uns eine Party bei Dir vorstellen? Was macht die Lokalität besonders und was hebt die Veranstaltungen von anderen ab?

Freiheit und das man an einem Abend, wenn man sich Mühe gibt, alle Gäste persönlich kennenlernen kann. Ich glaube auch das an unserer Lokalität die Unberechenbarkeit auf allen Ebenen das besondere ist.

Planst du die Veranstaltungsreihe (oder eine andere) auch an anderen Orten durchzuführen?

In Potsdam kann ich mir momentan keine andere Lokalität vorstellen, aber prinzipiell ist mir jeder Zufall recht. Ich suche aber nicht aktiv nach Orten, da ich mich in erster Linie als Musik-schaffender, nicht als Veranstalter verstehe.

Du betreibst auch eine Podcast-Reihe auf SoundCloud, welches Konzept verbirgt sich dahinter und mit welchen Kriterien wählst du die Künstler aus?

Wir versuchen bei unseren „Einstürzenden Podcast“ einen kurzen Einblick in das Schaffenswerk von jedem der bei unseren Veranstaltungen spielt zu geben und geben da den Künstlern komplette Freiheit wo dieser Blick hinfallen soll.

Vielen Dank für deine Zeit und deinen Mix.

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